Strophen aus Stein

Gedichte und Texte von Jochen Stein

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Mai 8, 2021

Der Opernbesuch

Drittes Klingeln ich vernommen
schnell noch ein Programm genommen
vierte Reihe, erster Rang
grad geschafft noch – Gott sei Dank!

Hinter mir gleich schließt die Türe
schon beginnt die Ouvertüre
tiefe Töne, hohe Klänge
was noch fehlt – sind die Gesänge.

Nun der Vorhang öffnet sich
Kostüme schön – erfreuen mich
erste Stimmen fein und zart
bloß mein Stuhl der ist so hart.

Viele Menschen auf der Bühne
er verwegen – sie die Kühne
das Kollier bei dieser Frau
mit dem Opernglas – seh ich’s genau.

Eine Dame spielt die Prüde
Augen schwer – ich werde müde
von der Pauke kommt ein Krach
augenblicklich bin ich wach.

Nun ein wahrer Ohrenschmaus
Diva’s Arie – in diesem Haus
es folgt ein Chor – der Held noch fleht
bevor es in die Pause geht.

Noch kann ich keine Runde drehn
muß am Buffet erst lange stehn
dann noch schnell zum Brezelmann
jetzt guck ich mir die Leute an.

Dreimal klingeln – ganz schnell rein
alle müssen leise sein
trotzdem allerhand Geräusche
deplatzierte Opernbräuche.

Es geht um Liebe – wie fast immer
von der Sprache keinen Schimmer
auch die Handlung sehr verstrickt
ein Akteur scheint sehr geknickt.

Frisch, fidel und sehr beschwingt
jeder noch ein Liedchen singt
einiges, dass geht zu Herzen
das Finale voller Schmerzen.

In der Oper sterben viel
doch zum Glück ist alles Spiel
sieben Mal gibt’s heut Applaus
auf Toilette – und nach Haus.

Jochen Stein, 02/10/08

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